Windows Server Software RAID

Last change on 2020-07-31 • Created on 2020-03-19 • ID: RO-8FB01

Die folgende Anleitung beschreibt die manuelle Einrichtung einer Laufwerks-Spiegelung (RAID1) unter Windows.

Da auf Servern, die mit unserer automatischen Windows-Installation (über den Robot) installiert oder mit dem Windows-Addon bestellt wurden, bereits ein RAID-Level 1 läuft, ist diese Anleitung für benutzerdefinierte Windows-Installationen mit eigener Lizenz gedacht.

Vorbereitung

  1. Zunächst klickst du bitte auf das Windows-Symbol in der linken unteren Ecke, oder drückst du die Windows bzw. Super-Taste.

  2. Gibst du diskmgmt.msc ein und drückst du die Enter-Taste, um die Datenträgerverwaltung zu öffnen.

    Du findest eine Legende der Datenträgerverwaltung: Legende der Datenträgerverwaltung

    • A: Haupt-Laufwerk, welches das Betriebssystem enthält
    • B: Zweites Laufwerk, welches für die RAID1-Spiegelung verwendet werden soll
    • C: Volumes (bedeutet Partitionen unter Windows) auf dem Haupt-Laufwerk
    • D: Nicht zugeordneter Speicherplatz auf dem zweiten Laufwerk
  3. Falls sich auf deinem zweiten Laufwerk bereits Volumes befinden, klick bitte mit der rechten Maustaste Schritt für Schritt auf diese Volumes und wähle Volume Löschen.

  4. Klicke nun mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk, auf dem sich das Betriebssystem befindet, und wähle In dynamischen Datenträger konvertieren.

  5. In dem sich öffnenden Dialog sollte das Haupt-Laufwerk bereits ausgewählt sein. Klicke nun auch noch auf das andere Laufwerk, welches du für das RAID1 verwenden möchtest, klicke auf Ok und bestätige.

  6. Nun musst du herausfinden, ob dein System im Legacy-Modus oder im UEFI-Modus installiert wurde. Klicke dazu bitte auf das Windows-Symbol in der linken unteren Ecke, oder drücke die Windows- bzw. Super-Taste.

  7. Gib msinfo32.exe ein und drücke die Enter-Taste, um das Systeminformationsfenster zu öffnen.

  8. Im rechten Fensterbereich solltest du den Eintrag BIOS-Mode sehen, der den entsprechenden Modus (Legacy oder UEFI) als Wert besitzt. Falls du diesen Eintrag nicht finden kannst, handelt es sich um ein Legacy-System. Fahre nun mit dem betreffenden Abschnitt in diesem Artikel fort.

Legacy

Wenn dein System im Legacy-Modus läuft, führe bitte die folgenden Schritte auf allen Volumes des Haupt-Datenträgens von links nach rechts durch:

  1. Klicke mit der rechten Maustaste auf das betreffende Volume und wähle Spiegelung hinzufügen aus dem Kontextmenü.

  2. Wähle in dem erscheinenden Menü das bevorzugte zweite Laufwerk für das RAID1 und bestätige mit einem Klick auf Spiegelung hinzufügen.

Bitte stelle sicher, dass alle Volumes zur Spiegelung hinzugefügt wurden und die Synchronisation läuft, was durch die nun rot gefärbten Volumes und deren Statusinformationen angezeigt wird.

UEFI

Jedes UEFI-System hat ein so genanntes UEFI-System-Volume. Diese Partition kann nicht automatisch von Windows gespiegelt werden und muss manuell auf das zweite Laufwerk kopiert und konfiguriert werden. Füge wie bei Legacy die Spiegelung für die Volumes nacheinander, von links nach rechts, hinzu.

  • Für alle Volumes, welche das Label EFI nicht haben, folge diesen Schritten:

    1. Klicke mit der rechten Maustaste auf das betreffende Volume und wähle Spiegelung hinzufügen aus dem Kontextmenü.

    2. Wähle in dem erscheinenden Menü das bevorzugte zweite Laufwerk für das RAID1 und bestätige mit einem Klick auf Spiegelung hinzufügen.

  • Für das UEFI-System-Volume füh bitte die folgenden Schritte durch:

    1. Erstelle ein UEFI-System-Volume mit der gleichen Größe auf dem zweiten Laufwerk und formatiere es mit FAT32. Klicke dazu mit der rechten Maustaste auf den nicht zugeordneten Speicherplatz des zweiten Laufwerks, wähle Neues einfaches Volume und folge dem Dialog.

    2. Kopiere die Daten auf dem UEFI-System-Volume vom ersten Laufwerk auf das zweite Laufwerk. Dazu empfehlen wir, den Server in das Rescue System zu booten und dich per SSH mit diesem zu verbinden:

      • Suche die betreffenden Partitionen heraus:

        parted -l

        Dieser Befehl listet die Partitionen aller Laufwerke auf. Suche dort bitte die beiden UEFI-Partitionen auf beiden Laufwerken heraus, die du anhand ihrer Größe und ihres Dateisystems (FAT32) identifizieren kannst, und verbinde die Laufwerks-Bezeichnungen (/dev/sdX) mit den entsprechenden Partitions-Nummern.

        Beispiel:

        parted -l
        Model: WD Enterprise P20691
        Disk /dev/sda: 2000GB
        Sector size (logical/physical): 512B/512B
        Partition Table: msdos
        Disk Flags:
        
        Number  Start   End     Size    Type     File system  Flags
         1      1049kB  101MB   100MB   primary  fat32
         2      102MB   2000GB  1999GB  primary  ntfs
        
        Model: WD Enterprise P20691
        Disk /dev/sda: 2000GB
        Sector size (logical/physical): 512B/512B
        Partition Table: msdos
        Disk Flags:
        
        Number  Start   End     Size    Type     File system  Flags
         1      1049kB  101MB   100MB   primary  fat32
         2      102MB   2000GB  1999GB  primary  ntfs

        In diesem Fall sind die benötigten Partitionen /dev/sda1 und /dev/sdb1.

      • Erzeuge zwei Ordner zum Einhängen der Partitionen:

        mkdir /mnt/main
        mkdir /mnt/second
      • Nun kannst du die beiden UEFI System Partitionen einhängen (ersetze die Partitionen mit den von dir ermittelten):

        mount -t vfat /dev/sda1 /mnt/main -o rw,umask=0000
        mount -t vfat /dev/sdb1 /mnt/second -o rw,umask=0000
      • Kopiere nun alle Dateien von der derzeitigen UEFI-Partition auf die neu erstellte Partition:

        cp -ar /mnt/main/ /mnt/second/
      • Sobald der Prozess abgeschlossen ist, kannst du den Server wieder in das installierte System booten:

        reboot

Bitte beachte, dass die UEFI System Partition nicht zur Spiegelung hinzugefügt werden kann. Das beschriebene Vorgehen muss daher immer ausgeführt werden, wenn eine Festplatte ausgetauscht oder Änderungen an der Bootloaderkonfiguration vorgenommen wurden.

Stelle anschließend sicher, dass alle weiteren Volumes zur Spiegelung hinzugefügt wurden und die Synchronisation läuft, was durch die nun rot gefärbten Volumes und deren Statusinformationen angezeigt wird.

Wenn du Probleme mit bestimmten Volumes hast, oder der zweite Plex (ein Teil eines gespiegelten Microsoft-Volumes) nicht bootfähig ist, schau dir bitte die offizielle Dokumentation an.

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