In den meisten Fällen legst du eine Datenbank nicht zum Selbstzweck an, sondern weil eine Webanwendung sie braucht – ein Content-Management-System wie WordPress, ein Forum, ein Shop oder eine eigene PHP-Anwendung. Dieser Abschnitt zeigt dir den allgemeinen Ablauf und nennt die häufigsten CMS, die du auf konsoleH einsetzen kannst.
Der allgemeine Ablauf
Egal welches CMS du einsetzt, das Vorgehen ist immer gleich:
- Datenbank in konsoleH anlegen. Wähle dazu im Menü
MariaDB/MySQLoderPostgreSQL(je nachdem, was dein CMS unterstützt) und lege eine neue Datenbank an. - Verbindungsdaten notieren. Du brauchst Hostname, Port, Datenbankname, Benutzername und Passwort. Hostname und Benutzername siehst du in der Datenbank-Übersicht, Port und Passwort findest du in der Bestätigungs-E-Mail. Eine vollständige Übersicht zu den Verbindungsdaten findest du im Artikel Verbindungsdaten zu deiner Datenbank.
- CMS installieren oder hochladen. Lade die Installationsdateien deines CMS in dein Webhosting-Verzeichnis.
- Verbindungsdaten im CMS eintragen. Entweder über den Installations-Assistenten des CMS oder direkt in der Konfigurationsdatei.
- Installation abschließen. Das CMS legt automatisch die benötigten Tabellen in deiner Datenbank an.
Tipp: Verwende für dein CMS nicht das Hauptpasswort deiner Datenbank, sondern bei MariaDB/MySQL das R/W-Passwort. So kann dein CMS lesen und schreiben, aber keine Tabellenstruktur ändern. Mehr dazu im Abschnitt zu den drei Passwörtern auf der MySQL-Seite.
Übersicht: Häufige CMS und ihre Datenbank-Anforderungen
| CMS | Empfohlenes Datenbanksystem | Wo trägst du die Zugangsdaten ein? | Hinweis |
|---|---|---|---|
| WordPress | MariaDB/MySQL | wp-config.php oder über den Web-Installer |
Das mit Abstand am weitesten verbreitete CMS. Tabellen-Präfix sollte nicht das Standard-wp_ sein. |
| Joomla | MariaDB/MySQL | Über den Installations-Assistenten, später in configuration.php |
Beim Wechsel des Servers musst du in configuration.php Hostname und Zugangsdaten anpassen. |
| TYPO3 | MariaDB/MySQL (PostgreSQL eingeschränkt unterstützt) | Über den Installations-Assistenten, später in LocalConfiguration.php |
TYPO3 erwartet UTF-8 (utf8mb4) als Zeichensatz. Stelle das beim Anlegen der Datenbank entsprechend ein. |
| Nextcloud | MariaDB/MySQL (empfohlen) oder PostgreSQL | Über den Web-Installer beim ersten Aufruf, später in config/config.php |
Für größere Installationen ist MariaDB/MySQL die empfohlene Wahl. |
Ausführliches Beispiel: WordPress einrichten
Da WordPress das mit Abstand häufigste Szenario ist, gehen wir es Schritt für Schritt durch.
1. Datenbank in konsoleH anlegen
Öffne in konsoleH den Menüpunkt MariaDB/MySQL und lege eine neue Datenbank an. Vergib einen Datenbanknamen (z. B. meinewebseite_wp) sowie die drei Passwörter (Hauptpasswort, R/W, R/O).
2. Verbindungsdaten notieren
Notiere dir aus der Datenbank-Übersicht den Hostnamen und den Benutzernamen. Den Port und die Passwörter findest du in der Bestätigungs-E-Mail.
3. WordPress hochladen
Lade die WordPress-Dateien per FTP oder über den Dateimanager in dein Webhosting-Verzeichnis (typischerweise public_html/ oder ein Unterverzeichnis davon).
4. Datei wp-config.php anlegen
Beim ersten Aufruf deiner Webseite führt WordPress dich durch einen Web-Installer. Du kannst die Datei wp-config.php aber auch direkt aus der mitgelieferten Vorlage wp-config-sample.php erstellen. Trage dort folgende Werte ein:
/** Name der Datenbank */
define( 'DB_NAME', 'meinewebseite_wp' );
/** Datenbank-Benutzername */
define( 'DB_USER', 'meinewebseite_wp' );
/** Datenbank-Passwort (R/W-Passwort verwenden) */
define( 'DB_PASSWORD', 'dein-r-w-passwort' );
/** Datenbank-Hostname (NICHT localhost!) */
define( 'DB_HOST', 'mysqlxyz.your-server.de' );
/** Zeichensatz der Datenbank */
define( 'DB_CHARSET', 'utf8mb4' );
/** Tabellen-Präfix (nicht 'wp_' verwenden) */
$table_prefix = 'mws_';⚠️ Ersetze die Werte durch deine eigenen. Der Hostname mysqlxyz.your-server.de ist nur ein Platzhalter. Den echten Hostnamen findest du in der Datenbank-Übersicht in konsoleH.
5. Installation aufrufen
Rufe deine Webseite im Browser auf. WordPress erkennt, dass es noch nicht eingerichtet ist, und führt dich durch die letzten Schritte: Titel der Webseite, Admin-Benutzer und Passwort für das WordPress-Backend.
Sicherheits-Tipp: Verwende ein individuelles Tabellen-Präfix (z. B.
mws_stattwp_). Automatisierte Angriffe auf WordPress-Datenbanken setzen oft das Standard-Präfix voraus.